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 <autorinnen>initiative.burschis.aufessen</autorinnen>
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 <feld><titel>Antisemitismus in Burschenschaften</titel></feld>
 <feld><absatz> 1817 lud die Urburschenschaft zum Wartburgfest ein. Dort wurde nicht nur das Ergebniss der Völkerschlacht von Leipzig euphorisch gefeiert, sondern auch Bücher jüddischer Autoren verbrannt.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich, dass sich Antisemitismus als ein integraler Bestandteil der Ideologie studentischer Verbindungen etabliert hatte.</absatz></feld>
 <feld><titel2>Antisemitische Vorbilde</titel2></feld>
 <feld><absatz> Friedrich Ludwig Jahn (oder Turnvater Jahn) gilt als ein Mitinitiator des 1817-er Treffen auf der Wartburg. Ideologisch passte er dort gut hinein, war für ihn doch die politische Moderne eine „Leichenbühne des neuen volkstumlosen, jüddelnden und junkernden Weltbürgertums“. Wünschenswert hingegen galt ihm das „Volk“ als eine geistig-kulturelle und „rassische Einheit“. JüdInnen waren ihm „fremdvölkisch“, wer mit ihnen eine Verbindung eingeht, sollte nach Meinung Jahns alle politischen Rechte verlieren. So war er wohl einverstanden als die Studenten, auf dem Wartburgfest ihrem völkischen Reinheitswahn freien Lauf ließen und die erste deutsche Bücherverbrennung zelebrierten.</absatz></feld>
 <feld><absatz>Von den Studenten wurde auf der Wartburg u.a. eine Schrift von Jacob Friedrich Fries (Heidelberger Professor) verlesen, der forderte, dass die „(jüddische) Kaste mit Stumpf und Stiel ausgerottet werde.“Diesen Verkündungen folgten Taten: Bei den als „Hepp-hepp-Krawallen“ bezeichneten Progromen gegen Juden und Jüdinnen von 1819 beteiligten sich in großem Maße Koorperierte. Die „Karlsbader Beschlüsse“ von 1819 die zum Verbot des Koorperationswesen führten waren unter anderem eine Reaktion auf tagelange Auschreitungen gegen JüdInnen -  nicht wie es in burschenschaftlichen Schriften gerne dargestellt wird als Reaktion auf die Ermordung Kotzebues.</absatz></feld>
 <feld><titel2>Antisemitismus innerhalb der Burschenschaften</titel2></feld>
 <feld><absatz> 1818 stritt man sich in der bereits bestehenden Burschenschaften bei deren geplanter Vereinigung um die Einführung des „Arierparagraphen“. 1820 fand sich hierfür eine mehrheitliche Zustimmung. Gegen die wenigen demokratisch-jokobinischen Strömungen wurde gehetzt. So warf ihnen Turnvater Jahn „Verjüdung“ vor und sah in ihrer Linie ein Abrücken von burschenschaftlichen Idealen.</absatz></feld>
 <feld><absatz>Am Vorabend der Revolution von 1848 war die Stimmung innerhalb der burschenschaftlichen Bewegung gespalten. Nachträglich dominierte der völkische Teil. Ihm galt die Revolution als „jüddisch“ und verschörungstheoretisch als das Werk „ausländischer Rädelsführer“.</absatz></feld>
 <feld><titel2>Neubestimmung der Deutschen Burschenschaft 1893</titel2></feld>
 <feld><absatz> Für die ideologische Ausrichtung der DB spielte die Neubestimmung des Jahres 1893 in den „Burschenschaftlichen Blättern“ die entscheidende Rolle. Dort wurde festgehalten, dass die zentrale Aufgabe die Erhaltung des Germanentums sei, sowie dessen Hauptstütze, das einige deutsche Reich.</absatz></feld>
 <feld><absatz>Im gleichen Jahr wendete sich der Verband offiziel dem rassisch begründeteten Antisemtismus hin:</absatz></feld>
 <feld><absatz>Auf einem Burschentag beschloss der Verband, die Glaubensrichtung der Aktiven ins Mitgliedsverzeichnis mitaufzunehmen. Zwei Jahre später war kein einziger Aktiver jüdischen Glaubens mehr Mitglied in der DB. In der Verbandszeitschrift wurde das wie folgt kommentiert: „Erst nach Beseitigung des jüdischen Elementes war eine Reform des burschenschaftlichen Lebens im deutschen Sinne möglich, erst jetzt kann die Burschenschaft wieder volksthümlich werden; Sie unterscheidet jetzt mit Recht Deutsche und Juden und läßt sich durch keine Versicherung, daß der Jude ein echter Deutscher sei oder werden wolle, mehr irre machen (...) auch die Taufe ändert bekanntlich nichts an der jüdischen Gesinnung.“</absatz></feld>
 <feld><absatz>1896 beantragte die Jessener „Burschenschaft Germania“ eine Satzungsänderung, mit dem Inhalt, dass nur Studenten deutscher Abstammung aufgenohmen werden dürfen. Jüdische Reichsangehörige galten als „nichtdeutsch“. Der Antrag wurde nicht aus inhaltlichen, sondern aus formalen Gründen abgelehnt: Er widersprach der Autonomie der einzelnen Burschenschaften. Es wurde jedoch eine gemeinsame Resolution verabschiedet, die den endgültigen Ausschluß jüdischer Mitglieder verabschiedet.</absatz></feld>
 <feld><absatz>Seit 1920 orientierte sich die DB explizit am Völlkischen. Der Antisemitismus war und blieb zentral. Auf dem Eisenacher Burschentag 1920 wurde die einzelnen Mitglieder dazu verpflichtet „ihre Mitglieder so zu erziehen, daß eine Heirat mit einem jüdischen oder farbigen Weib ausgeschlossen ist, oder daß bei solcher Heirat der Betreffende ausscheidet.“</absatz></feld>
 <feld><absatz>Die DB hielt dazu in ihren Grundsätzen fest: „Die Burschenschaft steht auf dem Rassestandpunkt; nur deutsche Studenten arischer Abstammung, die sich zum Deutschtum bekennen, werden in die Burschenschaft aufgenommen.“</absatz></feld>
 <feld><absatz>Es kann nur als eine logische Folge gesehen werden, dass sich die DB seit Beginn der 30-er Jahre praktisch und ideologisch an dien Nationalsozialisten angeglichen hat: Gemeinsam wurden u.a. der Auschluss jüddischer Studenten gefordert, sowie die Einrichtung von „Rassenlehrstühlen“. Hitlers Machtergreifung wurde von den Koorperierten ebenfalls begrüßt. Hierzu versicherte ein Vertreter der DB im Dezember 1933 die Übereinstimmung in Bezug auf die Judenfrage: „Die Frage der rassischen Erneuerung und der Wiedergewinnung des völkischen Artgefühls unseres deutschen Volkes ist die Grundlage und die wesentlichste Forderung des Nationalsozialismus, in der er sich von allen bisherigen revolutionären Bewegungen unterscheidet und die den Schlüssel abgibt zu all seinen anderen Forderungen und Zielsetzungen. Daher habe ich von allem Anfang an die Ansicht vertreten, dass Gemeinschaften, die sich zum Nationalsozialismus und seinen Aufgaben bekennen und dem Führer ein Treuebekenntnis ablegen, von sich aus in aller Klarheit die Voraussetzungen eines solchen Bekenntnisses erfüllten bezw. Schaffen.“</absatz></feld>
 <feld><absatz>Deutlich soll nun geworden sein, dass Burschenschaften zurecht als eine antisemitische Trägerschicht bezeichnet werden. Sie waren diejenigen, die den Antisemtismus im studentischen Bereich etablierterten und an dereren Verbreitung und Umsetzung als eine der entscheidensten Gruppen mitwirkten. Vor diesem Hintergrund kann es nur als zynisch erscheinen, wenn sich Burschenschaften und studentenische Verbindungen heute auf ihren Homepages teilweise von Antismitismus distanzieren, fehlt es doch so gut wie immer an einer Aufarbeitung der Geschichte.</absatz></feld>
 <link href="17062003_1.xml" target="self" text="Die Berliner Burschenschaft Gothia - Redebeitrag zum 17062003"></link>
 <link href="17062003_2.xml" target="self" text="Der 17. Juni 1953 - Redebeitrag zum 17.06.2003"></link>
 <link href="17062003_4.xml" target="self" text="Burschenschaften und der Nationalsozialismus - Redebeitrag zum 17.06.2003"></link>
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